Kinderlähmung (Polio)

Kinderlähmung galt weltweit schon fast als ausgerottet. Doch Krisen mit hoher internationaler Flüchtlingsbewegung, Umweltkatastrophen und vermehrte Armut können in Risikogebieten zu einem Wiederaufflammen führen.

Die Krankheit Polio – Reisende sind das gefährliche Schlupfloch für die Viren

Gerade jetzt ist es wichtig, dass Sie mit einer aufgefrischten Polio-Impfung in Ihre Reise starten. Denn die „Kinderlähmung“ kann, anders als der Name vermuten lässt, in jeder Altersgruppe schwere Schäden auslösen, darunter auch die typischen Lähmungen von Armen und Beinen. 

Dem Ziel, den Polio-Erreger weltweit auszurotten, war die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2019 schon recht nah. Außer Afghanistan, Pakistan und Nigeria war die Welt durch konsequente Impfkampagnen fast poliofrei. Die letzten Fälle in Deutschland gab es 1992. 

Doch dann kam zusätzlich neben vielen anderen Krisen Corona und das Gesundheitswesen vieler Länder und damit auch die Impfkampagne gegen Polio geriet aus dem Takt. Auch politische Unruhen sorgen in betroffenen Regionen für ein schnelles Wiederaufflammen der Krankheit. Das Virus nutzt jede Impflücke.

Ansteckung und Übertragung – Ungewaschene Hände und Keime im Essen

Weil nicht alle Infizierten Symptome spüren und teilweise auch Geimpfte das Virus ausscheiden, kann die Krankheit leicht nach Reisen aus Polio-Gebieten eingeschleppt werden. Der Impfschutz ist für Sie, aber auch für Ihre Angehörigen daheim wichtig!

Infizierte Nahrung und verschmutztes (Trink)Wasser sind die Hauptursachen für eine Ansteckung. Denn das Virus wird von Infizierten über den Stuhl ausgeschieden und gelangt über Gewässer und Bewässerung auf Nahrungsmittel und ins Trinkwasser. Ähnlich wie Darmkrankheiten verbreitet sich das Virus auf diese Weise durch mangelnde Sanitärhygiene. 

Auch schlecht gewaschene Hände vor dem Essen reichen für eine Ansteckung aus!

Leider werden die Erreger von Erkrankten auch noch monatelang nach überstandener Krankheit über den Darm ausgeschieden. Daher verbreitet sich die Krankheit so schnell, ist sie erst einmal aufgetreten. Aus diesem Grund kann das Impfprogramm auch in Deutschland erst dann beendet werden, wenn weltweit keine Fälle mehr auftreten.

Kontaminiertes Wasser
Verunreinigte Nahrungsmittel
Kontaktinfektion

Symptome und Krankheitsverlauf – Bei vielen harmlos, bei einigen verheerend!

Bei den meisten Infizierten (> 95 Prozent) verläuft die Infektion ohne Symptome. Grippeartige Beschwerden betreffen die Mehrzahl der Erkrankten. Nur bei einem kleinen Teil vermehrt sich das Virus im Körper und gelangt über den Blutweg schließlich in Strukturen des Rückenmarks. 

Dort zerstört es wichtige Nervenzellen und verursacht dadurch Lähmungen verschiedener Muskeln, vor allem der Arme und Beine. Im schlimmsten Fall kann die Atemmuskulatur betroffen sein. Bei Überlebenden ist eine lebenslange Behinderung typisch. 

Da es Mitte des 20. Jahrhunderts zu epidemieartigen Polio-Ausbrüchen in Deutschland und den USA kam, gibt es noch heute viele Betroffene mit körperlichen Behinderungen in dieser Altersgruppe. Denn auch wenn das Virus nur wenige Infizierte nachhaltig schädigt: Ist es einmal im Umlauf, verbreitet es sich schnell großflächig und erreicht dadurch auch viele Opfer.

Nur wenn die gesamte Bevölkerung durchgeimpft ist, lässt sich eine Verbreitung durch einen eingeschleppten Einzelfall verhindern (Herdenschutz).

Die Diagnose

Das Polio-Virus wird über Stuhlproben und Rachenabstriche nachgewiesen. Außerdem können sich im Blut Antikörper befinden.

Die Behandlung – Nur die Impfung schützt wirkungsvoll

Das Polio-Virus wird über Stuhlproben und Rachenabstriche nachgewiesen. Außerdem können sich im Blut Antikörper befinden. 

Eine Behandlung der Kinderlähmung ist nicht möglich. Es können lediglich Beschwerden gelindert werden. Nur eine Impfung schützt wirkungsvoll vor der Krankheit.

Die Polio-Impfung schützt – Auch Ihre Angehörigen!

Als Erwachsener ohne vollständigen Impfschutz sollten Sie die Kombinationsimpfung mit der Bezeichnung TdPa-IPV erhalten. Sie schützt gleichzeitig auch gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis). Dringend notwendig ist das vor allem, wenn Sie auf Reisen in ein Risikogebiet gehen. 

Ein Impfschutz gegen Poliomyelitis ist auch für Ihre Angehörigen wichtig, wenn Sie von Ihrer Reise heimkehren.

Der Vierfach-Schutz kann auch bei Kindern ab 3 Jahren eingesetzt werden, falls Ihre Kleinsten nicht schon im Rahmen des von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfkalenders vollständig, also auch gegen Polio, geschützt wurden.

Impfung
Kinderlähmung (Polio)

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