Impfung gegen Meningokokken der Subgruppen A, C, W135, Y

Die Meningokokken-ACWY-Impfung ist für einige Reisen empfohlen, für manche sogar Pflicht.

Die Meningokokken-ACWY-Impfung: Schutz für bestimmte Reisen

Meningokokken sind Bakterien, die unter anderem in die Subgruppen A, B, C, W135 und Y eingeteilt sind. Sie verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, also zum Beispiel durch Niesen oder Husten. Eine Infektion mit Meningokokken kann eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung verursachen, die in einigen Fällen zum Tod führen oder bleibende Schädigungen des Nervensystems hinterlassen können. In Deutschland sind vor allem die Meningokokken-Subgruppen B und C vertreten. Da in mehreren anderen Ländern eher die Subgruppen A, C, W135 oder Y vorkommen, wird die Meningokokken-ACWY-Impfung häufiger als Reiseimpfung empfohlen. Für manche Reisen kann die Impfung sogar verpflichtend sein. Diese Vorschrift gilt hauptsächlich für islamische Pilgerreisen nach Saudi-Arabien, kann aber auch bei der Einreise in einzelne afrikanische Länder bestehen.

Mögliche Nebenwirkungen der Meningokokken ACWY-Impfung

Bei dem Meningokokken-ACWY-Impfstoff handelt es sich um einen Totimpfstoff, der nicht krankmachende Bestandteile von Meningokokken der Subgruppen A, C, W135, und Y enthält. Die Impfung erfolgt üblicherweise in den Muskel des Oberarms oder Oberschenkels. Das Immunsystem reagiert recht schnell auf den Impfstoff, was einige als Beschwerden wahrnehmen. Solche typischen Impfreaktionen sind:

Bei der Meningokokken-ACWY-Impfung sind auch Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Schläfrigkeit und Durchfall möglich. Allerdings dauern die Beschwerden in der Regel nur kurze Zeit an und treten nicht bei jedem auf. Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen, aber auf ungewohnte körperliche Anstrengungen sollten Sie für ein paar Tage verzichten. Gegen eine Impfung spricht, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber Bestandteilen des Impfstoffs bekannt ist oder schon einmal eine ernste Komplikation im Zusammenhang mit einer anderen Impfung vorkam. Wer akut unter einem schweren Infekt leidet, kann zu dem Zeitpunkt nicht geimpft werden und sollte den Impftermin verschieben.

Meningokokken-ACWY-Impfung bei Babys

Die Meningokokken-ACWY-Impfung ist für Säuglinge bereits ab einem Alter von 6 Wochen möglich und kann für einige Reiseziele schon in dem frühen Alter ratsam sein. Bis zum Alter von 6 Monaten benötigen Babys 2 Impfdosen im Abstand von 2 Monaten, um den vollständigen Grundschutz aufzubauen. Bei älteren Kindern ist erstmal eine Dosis ausreichend. Für alle Kinder von 6 Wochen bis unter 12 Monaten sollte noch zusätzlich am Ende des 1. Lebensjahres eine Auffrischimpfung erfolgen.

Impfung gegen Meningokokken der verschiedenen Subgruppen bei Kindern

Kinder in den ersten Lebensjahren und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren erkranken häufiger an einer Meningokokken-Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Kindern für Deutschland ab 12 Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Subgruppe C. Die Impfung soll die Anzahl der Erkrankungen im Kindesalter und die schweren Komplikationen mit hoher Sterblichkeit reduzieren. Besteht aufgrund einer Reise ein Ansteckungsrisiko auch für Meningokokken der Subgruppen A, W oder Y, sollte die Meningokokken-ACWY-Impfung die Meningokokken-C-Impfung ersetzen. Ist das Kind bereits gegen Meningokokken der Subgruppe C geimpft, lohnt sich für manche Reisen eine Erweiterung des Impfschutzes mit dem Meningokokken-ACWY-Impfstoff. Je nach Reiseziel kann stattdessen oder noch zusätzlich bei Kindern ab einem Alter von 2 Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Subgruppe B sinnvoll sein.

Meningokokken-ACWY-Impfung bei Erwachsenen: Wer sollte sich impfen lassen?

Neben dem Reiseziel entscheiden Reisestil und Reisezweck, ob Erwachsene sich gegen Meningokokken der Subgruppe ACWY impfen lassen sollten. Insbesondere wenn ein enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung stattfindet, ist eine ACWY-Impfung zu empfehlen. Das trifft beispielsweise auf Entwicklungshelfer und bei Tätigkeiten im medizinischen Bereich oder in Schulen zu. Langzeitaufenthalte, Rucksackreisen und Besuche von Massenveranstaltungen in Meningokokken-Gebieten sind ebenfalls gute Gründe, sich impfen zu lassen. Für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem ist eine Meningokokken-Impfung schon für Deutschland ratsam. Die Betroffenen sollten vor einer entsprechenden Reise ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls mit Impfungen gegen die Meningokokken-Subgruppen ergänzen, die am Reiseziel verbreitet sind.

Meningokokken-ACWY-Impfung: Wie oft wird geimpft?

Bei Kindern  ab 6 Monate und bei Erwachsenen ist nur eine einmalige Meningokokken-ACWY-Impfung erforderlich. Die Schutzwirkung ist sehr hoch und hält mehrere Jahre an. Für eine Pilgerreise muss die Impfung mindestens 10 Tage vor der Einreise erfolgen, darf aber nicht länger als 5 Jahre her sein, damit das Impfzertifikat gültig ist. Die Impfung schützt allerdings nicht gegen Meningokokken der anderen Subgruppen. Bei gegebenem Risiko kann daher zusätzlich eine Meningokokken-B-Impfung infrage kommen.

Babys zwischen 6 Wochen und 6 Monaten

2 Impfungen im Abstand von 2 Monaten

1 Impfung im Alter von 12 Monaten (Abstand zur letzten Impfung des Grundschutzes mindestens 2 Monate)

Babys zwischen 6 und 12 Monaten

1 Impfung

Impfung im Alter von 12 Monaten (Abstand zur letzten Impfung des Grundschutzes mindestens 2 Monate)

Kinder ab 1 Jahr

1 Impfung

ggf. nach 10 Jahren oder nach Antikörperbestimmung

Erwachsene

1 Impfung

ggf. nach 10 Jahren oder nach Antikörperbestimmung

Die Kosten der Meningokokken-ACWY-Impfung: Bezahlt die Kasse?

Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenversicherung, ob sie die Meningokokken-ACWY-Impfung für Ihre Reise bezahlt. Das kann von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sein. Manche übernehmen die Kosten nur unter bestimmten Bedingungen oder nur für Impfungen gegen andere Meningokokken-Subgruppen.

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